On the occasion of Gallery Weekend Berlin, May 1–3, 2026, DITTRICH & SCHLECHTRIEM presents Monty Richthofen with a new intervention titled HARD 2 4GET, beginning at Rosa-Luxemburg-Platz and spreading across Berlin over the weekend.
HARD 2 4GET unfolds across Berlin as a public intervention that reconsiders the relationship between language, mobility, and collective space. Developed by Monty Richthofen on the occasion of Gallery Weekend Berlin, the project departs from Rosa Luxemburg Platz and radiates through the city, positioning everyday traffic and movement as both medium and stage. At its core lies an exploration of how systems built on discipline and uniformity attempt to control expression yet inevitably produce spaces of deviation. Drawing from a personal and historical lineage connected to the figure of the so-called Red Baron, whose decision to paint his aircraft red disrupted the visual conformity of military aviation, Richthofen reflects on acts of individuality within structures designed to suppress difference. Through mobile textual interventions carried by spray painted vehicles circulating through Berlin, the work inserts fragments of altered military language into the urban environment, transforming the city itself into a site of poetic and political encounter.
The project emerges from the artist’s ongoing research into the culture of nose art, the unofficial inscriptions and images historically applied to military aircraft by pilots and crews. In an institution defined by hierarchy, discipline, and anonymity, nose art functioned as an unlikely space for personal narrative and subversive expression. Aircraft carried names such as Ave Maria, Hell from Heaven, Problem Child, or Dear Mum, phrases that collapsed intimacy, bravado, humor, and longing into a single emblem. Richthofen extends this historical phenomenon through a process of textual extraction and recomposition. Drawing from coded phrases, fragments of military terminology, and insular army language, he reworks these materials into poems and sentence shards that detach language from its original operational context. In doing so, the work
enters into dialogue with broader traditions of artistic appropriation and linguistic experimentation, from the Situationist détournement of existing systems of meaning to contemporary practices that treat language as a malleable social material.
Within the exhibition’s expanded field, the city itself becomes the primary spatial framework. A fleet of vehicles, spray painted and marked with fragments of text derived from Richthofen’s research, move through Berlin’s traffic, appearing momentarily before dissolving back into the everyday flow of urban life. Temporary interventions punctuate this movement at sites such as the Victory Column, Strausberger Platz, and Ernst-Reuter-Platz, locations whose architectural and historical symbolism resonates with questions of power, monumentality, and public space. Rather than offering a fixed installation, the project produces a shifting network of encounters in which viewers may come upon the work unexpectedly. Language appears in transit, dispersed across surfaces that pass through the city’s rhythms. The gallery is thus reimagined not as an enclosed site but as a condition distributed through shared movement, contingency, and attention.
HARD 2 4GET addresses the contemporary circulation of narratives around conflict, identity, and public space. By displacing fragments of military language into the everyday landscape of Berlin, Richthofen foregrounds the ways in which structures of power shape both language and perception while also revealing the fragile spaces where personal expression persists. The project suggests that the histories embedded in symbols, monuments, and institutional vocabularies are neither stable nor closed but continuously renegotiated through collective experience. In transforming the city into a temporary field of poetic interruption, Richthofen proposes an expanded understanding of community and authorship, asking how meaning emerges not only within institutions but within the shared and unpredictable space of the street.
Anlässlich des Gallery Weekend Berlin am 1.–3. Mai 2026 präsentiert DITTRICH & SCHLECHTRIEM Monty Richthofen mit einer neuen Intervention mit dem Titel HARD 2 4GET, die am Rosa-Luxemburg-Platz starten und sich im Lauf des Wochenendes über die Stadt ausbreiten wird.
HARD 2 4GET entfaltet sich an verschiedenen Orten in Berlin als öffentliche Intervention, die das Verhältnis zwischen Sprache, Mobilität und kollektivem Raum neu denkt. Das von Monty Richthofen für das Gallery Weekend Berlin entwickelte Projekt beginnt am Rosa-Luxemburg-Platz und strahlt in die ganze Stadt aus, wobei alltäglicher Verkehr und Bewegung sowohl als Medium als auch als Bühne dienen. Im Zentrum steht die Frage, wie Systeme, die auf Disziplin und Uniformität beruhen, in ihrem Versuch, Formen des Ausdrucks einzuhegen, unweigerlich Räume der Abweichung schaffen. Ausgehend von einer biografischen und historischen Verbindung zur Figur des sogenannten Roten Barons, der mit seiner Entscheidung, sein Flugzeug rot zu lackieren, die visuelle Einförmigkeit der Militärluftfahrt durchbrach, reflektiert Richthofen auf Akte der Individualität innerhalb von Strukturen, die darauf ausgelegt sind, Unterschiede zu unterdrücken. Mittels mobiler Textinterventionen, die auf mit Sprühfarbe bemalten Fahrzeugen durch Berlin unterwegs sind, speist das Werk verfremdete Bruchstücke der Militärsprache in die städtische Umgebung ein und verwandelt die Stadt selbst in einen Ort poetischer und politischer Begegnungen.
Das Projekt entspringt der fortlaufenden Auseinandersetzung des Künstlers mit der Kultur der nose art, der inoffiziellen Inschriften und Bilder, die Piloten und Besatzungen im Laufe der Geschichte auf Militärflugzeugen angebracht haben. In einer von Hierarchie, Disziplin und Anonymität bestimmten Institution bot nose art einen unerwarteten Raum für
persönliche Geschichten und subversiven Ausdruck. Flugzeuge trugen Namen wie Ave Maria, Hell from Heaven, Problem Child oder Dear Mum, die Intimität, Draufgängertum, Humor und Sehnsüchte in einem einzigen Emblem vereinten. Richthofen verlängert dieses Phänomen in die Gegenwart, indem er Textmaterial extrahiert und rekomponiert. Unter Rückgriff auf Codephrasen, Bruchstücke militärischer Terminologie und die Außenstehenden unzugängliche Soldatensprache verarbeitet er diese Materialien zu Gedichten und Satzfetzen, die die Sprache aus ihrem ursprünglichen operativen Kontext lösen. Auf diese Weise tritt das Werk in einen Dialog mit breiteren Traditionen der künstlerischen Aneignung und des linguistischen Experiments, vom Détournement bestehender Bedeutungssysteme im Situationismus bis hin zu zeitgenössischen Praktiken, die Sprache als formbare gesellschaftliche Materie behandeln.
Im erweiterten Feld der Ausstellung wird die Stadt selbst zum primären räumlichen Rahmen. Eine Flotte mit Sprühfarbe bemalter und mit Textfragmenten aus Richthofens Forschung versehener Fahrzeuge bewegt sich durch den Berliner Verkehr, taucht kurz auf und verschwindet dann wieder im alltäglichen Fluss des städtischen Lebens. Temporäre Interventionen unterbrechen diese Bewegung an Orten wie der Siegessäule, dem Strausberger Platz und dem Ernst-Reuter-Platz, in deren architektonischer und historischer Symbolik Fragen nach Macht, Monumentalität und öffentlichem Raum anklingen. Anstelle einer festen Installation erzeugt das Projekt ein bewegliches Netzwerk von Begegnungen, in dem die Betrachter unerwartet auf das Werk stoßen können. Sprache erscheint im Vorbeifahren, verstreut über Oberflächen, die den Rhythmen der Stadt folgen. So wird die Galerie neu gedacht, nicht als abgeschlossener Ort, sondern als ein Zustand, der sich durch gemeinsame Bewegung, Kontingenz und Aufmerksamkeit ausbreitet.
HARD 2 4GET thematisiert die zeitgenössische Zirkulation von Narrativen rund um Konflikt, Identität und öffentlichen Raum. Indem Richthofen Bruchstücke militärischer Sprache in den Berliner Alltag einspeist, rückt er die Art und Weise in den Vordergrund, wie Machtstrukturen sowohl Sprache als auch Wahrnehmungen prägen, und wirft zugleich ein Schlaglicht auf die fragilen Räume, in denen persönlicher Ausdruck fortbesteht. Das Projekt legt nahe, dass die in Symbolen, Denkmälern und institutionellen Vokabularen eingelassenen Geschichten weder stabil noch abgeschlossen sind, sondern durch kollektive Erfahrung ständig neuverhandelt werden. Indem er die Stadt in ein temporäres Feld poetischer Unterbrechung verwandelt, schlägt Richthofen ein erweitertes Verständnis von Gemeinschaft und Urheberschaft vor und fragt, wie Bedeutung nicht nur innerhalb von Institutionen, sondern auch im geteilten und unvorhersehbaren Raum der Straße entsteht.