DITTRICH & SCHLECHTRIEM is pleased to inaugurate its new space in Cologne with a solo exhibition by Zuzanna Czebatul. The exhibition title, In This Economy!?, is a familiar refrain expressing disbelief, uncertainty, aspiration, humor, and persistence. Applied to everyday decisions and extraordinary ambitions alike, it captures hesitation while revealing a persistent determination.
For her second solo exhibition with the gallery, Czebatul turns to one of Germany’s most familiar folk traditions: the Lebkuchenherz, or gingerbread heart. Decorated with affectionate messages and traditionally exchanged at fairs and Kirmes, these cookies occupy a peculiar position between souvenir, declaration, and social performance.
In My Heart Goes Boom and the series Love Is Always Elsewhere, Czebatul replaces conventional messages of affection with reflections on the emotional and political economies of the present, exploring desire, optimization, consumption, intimacy, and the subtle mechanisms through which contemporary life is governed. A bite mark disrupting the sugar-glazed ornament marks each gingerbread heart as already consumed. Czebatul exposes the increasingly porous boundaries between public opinion and personal identity, and between political messaging and everyday communication.
The hearts are installed against Fritzi, a wallpaper of an enlarged crop of an old family photograph depicting Friedrich Merz as a child. Blurred and slightly uncanny at this scale, the image suggests a moment before ambition or the pursuit of power takes hold. The ghostly presence of a child echoes the cookies’ associations with nostalgia, while adding another layer to the exhibition’s exploration of power.
Outside the gallery, an inflatable decoy tank, titled Fall for Me, extends the show into public space. Originally developed as a form of military deception intended to mislead enemy surveillance, the object embodies a form of power that operates through appearance rather than material force. Lightweight, collapsible, and mass-produced, the decoy transforms one of the most enduring symbols of military authority into an image sustained by belief alone.
Installed at a moment when Germany is debating the return of military service, undertaking its largest rearmament since reunification, and pursuing the ambition to become Europe’s strongest conventional military power, the work reflects on the renewed visibility of militarization in public life. In dialogue with the two series inside the gallery, the inflatable tank shifts the exhibition’s focus from the circulation of political language to the staging of political reality itself. Together, the works examine how power is exercised not only through institutions and violence, but also through symbols, images, and the fictions societies collectively agree to uphold.
To paraphrase Marx, one might say that Zuzanna Czebatul, through her sculptures and installations, forces petrified relations to dance by singing to them her own melody. She isolates and rearranges images, forms and words, transposes them into other materials and thus gives voice to cultural layers, whilst at the same time calling into question what is supposedly taken for granted with a dry ‘Is that so?’.
The above excerpt is from the exhibition essay Is That So? by Anna-Catharina Gebbers, curator at Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, to be published by the gallery on the occasion of the exhibition.
Additionally, an edition by Zuzanna Czebatul titled Bitter Sweet will be available on the occasion of the exhibition. The work consists of a real Lebkuchenherz—a gingerbread heart—created by Czebatul, with the phrase “Love Is Always Elsewhere” rendered in sugar icing. Bitter Sweet is part of our ongoing HUNDERT series, offering artist editions of 100 for 100 EUR.
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For further information on the artist and the works or to request images, please contact Owen Clements, owen@dittrich-schlechtriem.com.
DITTRICH & SCHLECHTRIEM freut sich, die neuen Räumlichkeiten in Köln mit einer Einzelausstellung von Zuzanna Czebatul zu eröffnen. Der Titel In This Economy!? greift eine geläufige Redewendung auf, in der Unglauben und Verunsicherung ebenso mitschwingen wie Sehnsucht, Humor und Beharrlichkeit. Auf alltägliche Entscheidungen wie auf größere Ambitionen bezogen, artikuliert die Formel einen Moment des Zögerns—und zugleich den Willen, dennoch weiterzumachen.
In ihrer zweiten Einzelausstellung mit der Galerie wendet sich Czebatul einer der bekanntesten populären Traditionen in Deutschland zu: dem Lebkuchenherz. Die mit liebevollen Botschaften verziert und traditionell auf Jahrmärkten und Kirmessen verschenkt, bewegt sich das Gebäck zwischen Souvenir, Liebesbekundung und sozialer Inszenierung.
In My Heart Goes Boom und der Serie Love Is Always Elsewhere ersetzt Czebatul herkömmliche Liebesbotschaften durch Reflexionen über die emotionalen und politischen Ökonomien der Gegenwart. Begehren, Optimierung, Konsum und Intimität treffen dabei auf die subtilen Mechanismen, denen das Leben heute unterworfen ist. Ein Bissabdruck durchbricht jeweils das mit Zuckerguss verzierte Ornament und markiert jedes Lebkuchenherz als bereits konsumiert. Czebatul legt dabei die zunehmend durchlässigen Grenzen zwischen öffentlicher Meinung und persönlicher Identität, zwischen politischer Botschaft und alltäglicher Kommunikation offen.
Die Herzen sind vor Fritzi angebracht, einer Tapete, die auf dem vergrößerten Ausschnitt eines alten Familienfotos basiert und Friedrich Merz als Kind zeigt. In dieser Dimension wird das Bild unscharf und zugleich ein wenig unheimlich. Es lässt einen Moment erahnen, bevor Ehrgeiz oder das Streben nach Macht die Oberhand gewinnen. Die geisterhafte Präsenz eines Kindes greift die nostalgischen Assoziationen der Lebkuchen auf und erweitert die Auseinandersetzung der Ausstellung mit Macht um eine weitere Ebene.
Vor der Galerie setzt sich die Ausstellung mit Fall for Me im öffentlichen Raum fort: einer aufblasbaren Panzerattrappe, die ursprünglich als militärische Täuschungsmaßnahme entwickelt, um feindliche Aufklärung in die Irre zu führen. Das Objekt verkörpert eine Form von Macht, die über ihre Erscheinung und nicht über materielle Kraft funktioniert. Leicht, zusammenklappbar und massenproduziert, verwandelt die Attrappe eines der beständigsten Symbole militärischer Autorität in ein Bild, dessen Wirksamkeit allein vom Glauben daran abhängt.
In einem Moment, in dem Deutschland über die Wiedereinführung der Wehrpflicht debattiert, die größte Aufrüstung seit der Wiedervereinigung vollzieht und zugleich das Ziel verfolgt, Europas stärkste konventionelle Militärmacht zu werden, reflektiert die Arbeit die neue Sichtbarkeit von Militarisierung im öffentlichen Leben. Im Dialog mit den beiden Serien in der Galerie verschiebt der aufblasbare Panzer den Fokus von der Zirkulation politischer Sprache hin zur Inszenierung politischer Realität selbst. Zusammengenommen untersuchen die Arbeiten, wie Macht nicht nur durch Institutionen und Gewalt ausgeübt wird, sondern ebenso durch Symbole, Bilder und die Fiktionen, die Gesellschaften bereit sind mitzutragen.
Man könnte mit Marx sagen, dass Zuzanna Czebatul mit ihren Skulpturen und Installationen die Verhältnisse zum Tanzen zwingt, indem sie ihnen ihre eigene Melodie vorspielt. Sie isoliert und verschiebt Bilder, Formen und Worte, überträgt sie in andere Materialien, bringt so kulturelle Sedimente zum Sprechen und stellt zugleich das vermeintlich Selbstverständliche mit einem trockenen „Is that so?“ zur Disposition.
Der obige Auszug stammt aus dem Ausstellungsessay Is That So? von Anna-Catharina Gebbers, Kuratorin am Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, der anlässlich der Ausstellung von der Galerie veröffentlicht wird.
Darüber hinaus wird anlässlich der Ausstellung eine Edition von Zuzanna Czebatul mit dem Titel Bitter Sweet erhältlich sein. Die Arbeit besteht aus einem echten, von Czebatul gestalteten Lebkuchenherz, auf dem der Schriftzug „Love Is Always Elsewhere“ in Zuckerguss ausgeführt ist. Bitter Sweet ist Teil unserer fortlaufenden Reihe HUNDERT, die Künstlereditionen in einer Auflage von 100 Exemplaren zum Preis von jeweils 100 EUR präsentiert.
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Für weitere Informationen zur Künstlerin oder um Bildmaterial und Einzelheiten anzufragen, wenden sie sich bitte an Owen Clements, owen@dittrich-schlechtriem.com.