DITTRICH & SCHLECHTRIEM proudly present Holobionten, Bernhard Martin’s opus magnum, on view from July 1 through July 31, 2026, Tue–Fri, 11 AM–6 PM.
Epic in scale, the 25 meters long work premieres in our new headquarters at Linienstrasse 40, Berlin-Mitte.
Since 2020, Bernhard Martin has been working on the monumental wall frieze Holobionten, which spans eleven large-format canvases. Originally conceived as a four-part work, the project has evolved over the years into a growing pictorial organism—a painterly entity that brings together all the previous phases of his artistic practice, both formally and conceptually, while extending far beyond them. Martin regards Holobionten as his central artistic statement: a complete living being in both the literal and metaphorical sense.
A holobiont is a biological system consisting of a host organism and its symbiotic companions, which together form a viable, ever-changing organism. Martin translates this concept into painting—as an artistic metaphor for a world composed of heterogenous, sometimes contradictory elements: historical stylistic references, fragments of popular culture, personal experiences, mythical and scientific interpretations of the world, and speculations about the future. Past, present, and possible future merge within a constantly transforming pictorial space.
In Holobionten, different temporalities, spheres of life, and social and ecological constellations collide. The painting is conceived not as a representation, but as a living organism. Stylistically, the work traces his artistic development—from early expressionist approaches through figurative and surrealist phases to hybird, media-reflective pictorial solutions.
A man counts money through his fly. His chin forms an anal fold. A table fountain spews sparks a lasso swinging above. Under the table, women’s legs and microphones. Further back, the wallpaper tears open, revealing a landscape. A shredded fenestra, a picture within a picture. Then toilet paper and a stick figure. And women’s legs again, women above all, again and again, or parts of female bodies, pars pro toto. Keyholes, sponges, and phalluses. A raft, the moon, and a convict with his file. Bodies in color and color and bodies, strings in eyelets, syringes, and a bird, and arms stretching out, greedily grasping for an exit, a door. Only there is none. The gaze remains within the picture, roaming back and forth, up and down. There is so much to see, almost like in a Netherlandish Wimmelbild, a battle scene, or a panorama. But these are the wrong terms. For this picture is much more than the sum of its parts. Everything seems to be connected to everything else, like the manifold limbs of an organism.
The above is an excerpt from an essay by Björn Vedder, also published here on our website.
For further information on the artist and the works or to request images, please contact Owen Clements, owen@dittrich-schlechtriem.com.
DITTRICH & SCHLECHTRIEM freuen sich, Holobionten, Bernhard Martins Opus magnum, vom 1. Bis 31. Juli 2026 zu präsentieren. Die Ausstellung ist von Dienstag bis Freitag, 11:00–18:00 Uhr geöffnet.
Mit einer Länge von 25 Metern wird das Werk erstmals in den neuen Räumlichkeiten in der Linienstrasse 40 in Berlin-Mitte gezeigt.
Seit 2020 arbeitet Bernhard Martin an dem monumentalen Wandfries Holobionten, der sich über elf großformatige Leinwände erstreckt. Ursprünglich als vierteiliges Werk konzipiert, hat sich das Projekt über die Jahre zu einem wachsenden Bildorganismus entwickelt—einer malerischen Entität, die die unterschiedlichen Phasen seines künstlerischen Schaffens sowhl formal als auch inhaltlich zusammenführt und zugleich über sie hinausweist. Martin versteht Holobionten als seine zentrale künstlerische Setzung: als vollständiges Lebewesen im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Ein Holobiont bezeichnet in der Biologie ein System aus einem Wirtorganismus und seinen symbiotischen Begleitern, die gemeinsam einen lebensfähigen, sich fortwährend verändernden Organismus bilden. Martin überträgt dieses Konzept in die Malerei—als künstlerische Metapher für eine Welt, die aus heterogenen, mitunter widersprüchlichen Elementen besteht: historischen Stilreferenzen, Fragmenten der Populärkultur, persönliche Erfahrungen, mythischen und wissenschaftlichen Weltdeutungen sowie Spekulationen über die Zukunft. Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft verdichten sich zu einem Bildraum in permanenter Transformation.
In Holobionten treffen unterschiedliche Zeitlichkeiten, Lebenswelten sowie soziale und ökologische Konstellationen aufeinander. Das Gemälde ist nicht als Abbild, sondern als lebendiger Organismus gedacht. Stilistisch zeichnet das Werk Martins künstlerische Entwicklung nach—von frühen expressionistischen Ansätzen über figurative und surrealistische Phasen bis hin zu hybriden, medienreflexiven Bildlösungen.
Ein Mann zählt das Geld durch den Hosenschlitz. Sein Kinn bildet eine anale Falte. Ein Tischvulkan speit Feuer, darüber schwingt ein Lasso. Unter dem Tisch Frauenbeine und Mikrofone. Dahinter reißt die Tapete auf und gibt den Blick auf eine Landschaft frei. Zerfetzter Fensterblick, Bild im Bild. Dann Klopapier und ein Strichmännchen. Und wieder Frauenbeine, überhaupt und immer wieder Frauen bzw. Teile weiblicher Körper, Pars pro toto. Schlüssellöcher, Schwämme und Phalli. Ein Floß, der Mond und ein Sträfling mit der Feile. Körper in Farbe und Farbe und Körper, Schnüre in Öhsen, Spritzen und ein Vogel und Arme, die sich recken, gierig greifen nach einem Ausgang, einer Tür. Aber es gibt keinen Ausgang. Der Blick bleibt im Bild, geht immer wieder hin und her, nach oben und unten. So viel gibt es zu sehen, beinah wie in einem Wimmelbild der Niederländer, einem Schlachtengemälde oder einem Panorama. Aber das sind die falschen Begriffe. Denn dieses Bild ist viel mehr als die Summe seiner Teile. Alles scheint mit allem zusammenzuhängen wie die mannigfachen Glieder eines Organismus.
Der obenstehende Abschnitt ist ein Auszug aus einem Essay von Björn Vedder, der ebenfalls auf unserer Webseite veröffentlich ist.
Für weitere Informationen zum Künstler und den Werken oder um Bilder anzufordern, wenden Sie sich bitten an Owen Clements, owen@dittrich-schlechtriem.com.