DITTRICH & SCHLECHTRIEM

Alfredo Aceto

Berliner Luft

30 Jun 2020 – 4 Jul 2020

English German

Berliner Luft, Alfredo Aceto

On Tuesday, June 30, Dittrich & Schlechtriem resume our Berliner Luft programming in the larger, first-floor gallery space, with solo shows by gallery artists presented weekly throughout this Summer. On view through Saturday, July 4, are works by Alfredo Aceto, including a series of bronze wall sculptures, framed watercolors, and a floor installation.

Aceto reflects on the car as an iconographic, highly quoted symbol and a vital element in the history of modern and contemporary sculpture. The issues of the surface raised by John McCracken or Anne Truitt can be traced back to the fetishization of the car as an object of the future/past. Its attractive form and finish strike Aceto as peculiar, and since 2012 he has been incorporating references to auto bodyworks.

In Berliner Luft, Aceto presents Punctuations, a series that samples the symmetrical shapes from interior wood accent trims, which are varied in design, depending on the make and model of the car. The forms reference mass-produced parts but are in fact hand-cast bronze, patinaed in a matte red earth tone, seeming both contemporary and ancient. Typically, representations of cars connote heteronormative expressions of masculinity and power; a red sports car, for example, exhibits a vision of sexual prowess. Aceto’s manipulations subvert these analogies and translations of the cultural values of objects to observe them from new perspectives.

Growing up in Turin, with its proximity to Switzerland, the artist has long drawn inspiration from Swiss culture. In a pair of watercolors, Aceto incorporates the shine of the Swiss landscape, flashes of lakes and mountains, in the surface reflections of car interiors of the late 2000s, drawn from memory.

On the floor, Aceto adds popcorn scattered in a circle that literally grounds the installation as a ready-made. This parallel object offsets the confused objectness of the bronze works and the hand-made gestures of the watercolors while existing as a minimal artwork itself to be considered with the architecture of the space. It expands the narrative, infusing it with spontaneity and humor, and creates space for free association on the part of the viewer.

Berliner Luft, Alfredo Aceto

Am Dienstag, 30. Juni setzen Dittrich & Schlechtriem die Reihe Berliner Luft fort, in der den ganzen Sommer über im Wochentakt wechselnde Einzelausstellungen von Künstlern der Galerie im größeren Ausstellungsbereich im Erdgeschoss gezeigt werden. Bis zum Samstag, 4. Juli sind nun Werke von Alfredo Aceto zu sehen: eine Serie von Wandskulpturen aus Bronze, gerahmte Aquarelle und eine Bodeninstallation.

Aceto widmet sich dem Auto als vielzitiertem ikonografischem Symbol und Schlüsselelement in der Geschichte moderner und zeitgenössischer Skulptur. Die Fragen der Oberfläche, wie John McCracken und Anne Truitt sie aufgeworfen haben, wurzeln letztlich in der Fetischisierung des Automobils als eines Objekts aus der Zukunft/Vergangenheit. Für Aceto geht von seinen verführerischen Formen und glänzenden Flächen eine merkwürdige Faszination aus, weswegen er seit 2012 Verweise auf Karosserien in seine Werke einbringt.

In Berliner Luft zeigt Aceto Punctuations, eine Serie, die auf ausgewählten symmetrischen Formen von hölzernen Akzentzierleisten aus dem Wageninneren beruht, deren Gestaltung je nach Fabrikat und Modell variiert. Während die Vorbilder Massenprodukte sind, sind die Arbeiten von Hand gefertigte Bronzegusse, die in einem matten rötlichen Erdton patiniert sind, was ihnen eine eigentümliche zugleich zeitgenössische und uralte Anmutung verleiht. Darstellungen von Automobilen werden normalerweise mit heteronormativen Ausdrucksformen von Maskulinität und Macht in Verbindung gebracht; ein roter Sportwagen etwa stellt eine Idealvorstellung sexueller Potenz zur Schau. Acetos Manipulationen untergraben solche Analogien und Übersetzungen der kulturellen Wertigkeiten von Objekten, um sie aus neuen Blickwinkeln ins Auge zu fassen.

Für den in Turin, nicht weit von der Schweizer Grenze, aufgewachsenen Künstler ist Schweizer Kultur seit langem eine wichtige Inspirationsquelle. In zwei Aquarellen fängt Aceto das Leuchten der Schweizer Landschaft mit aufblitzenden Seen und Bergen in ihrem Widerschein im Inneren von Autos der späten Nullerjahre ein, die er aus dem Gedächtnis gemalt hat.

Auf dem Boden streut Aceto Popcorn in einem Kreis aus, der die Installation als Readymade im Wortsinn erdet. Als Parallelobjekt, vor dem sich die verworrene Objekthaftigkeit der Bronzearbeiten und die handgearbeitete Gestik der Aquarelle abheben, bildet der Kreis zugleich ein aufs Äußerste reduziertes Werk, das für sich und in der Architektur des Raums wahrgenommen werden will. Mit seiner Note von Spontaneität und Humor erweitert es die narrativen Möglichkeiten der Schau und gibt den Betrachtern Raum für eigene freie Assoziationen.

Currently on view in the main gallery rooms and exterior windows, through August 29, is our first show with Jonas Wendelin titled ONLY, featuring an architectural installation, original raku fired ceramics, and a collaborative newspaper publication that is free for visitors. ONLY engages the public in an alternative reality, setting up a futuristic narrative of idealism and leaving the viewer with hope in dystopia.

We look forward to continuing the Berliner Luft series and welcome your visit. Our next artist will be announced on Sunday, July 5. Gallery summer hours are Mon–Sat, 11 AM–6 PM.

Noch bis zum 29. August ist in den Hauptausstellungsräumen und Außenfenstern der Galerie ONLY, unsere erste Einzelausstellung von Jonas Wendelin, mit einer Architekturinstallation, originalen nach Raku-Art gebrannten Keramiken und einer als Gemeinschaftsarbeit entstandenen Zeitung zu sehen, die kostenlos zum Mitnehmen aufliegt. ONLY versetzt die Besucher in eine alternative Wirklichkeit und erzählt die futuristische Geschichte eines Idealismus, der gerade im dystopischen Umfeld der Schau Hoffnung macht.

Wir freuen uns schon auf die neue Folge von Berliner Luft und auf Ihren Besuch. Den/Die nächste/n Künstler/in kündigen wir am Sonntag, 5. Juli an. Im Sommer ist die Galerie Mo–Sa, 11–18 Uhr geöffnet.

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