Lukas Städler

ART-O-RAMA, Marseille

28.08.2026 – 30.08.2026

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EN DE

DITTRICH & SCHLECHTRIEM engages in off-site projects and international art fairs, extending its program beyond the gallery space as a way of working directly with place, communities, and with subcultural contexts. This year, the gallery returns to Marseille for ART-O-RAMA 2026 with a solo presentation by Lukas Städler.

Throughout the weeks leading up to the fair, the artist and the gallery team will be based in Marseille, engaging with the city and its surroundings. The booth is conceived as the result of this period of immersion, a site-specific presentation shaped by direct experience and a sensitive response to place.

Aesthetics of Presence. Why do I want to hold on to things (you) precisely in the moments when I want to let go? To fleeting memories, to colours, to a hand resting on a shoulder. To give the ephemeral a lasting form, to turn it into a summer, into an episode of a life. And how many summers do we have? Eighty, if we’re lucky. From this point on, you could almost start counting them down.

These are the first notes for Marseille, Lukas Städler’s new zine. Here, Jan Koslowski accompanies Städler’s photographs as a literary chronicler, gathering traces, preserving fleeting impressions, and searching for a language capable of holding a city, a season, and a particular moment in time.

The zine will be available at the fair and online in a limited edition of 100 signed copies. More details will be announced leading up to the fair.

For further information on the artist and the works or to request images, please contact Owen Clements, owen@dittrich-schlechtriem.com.

DITTRICH & SCHLECHTRIEM fördert Projekte an ungewöhnlichen Orten und beteiligt sich an internationalen Kunstmessen, um so sein Programm über den Galerieraum hinaus zu erweitern und direkt mit lokalen Umgebungen, Gemeinschaften und subkulturellen Kontexten zu arbeiten. Dieses Jahr kehrt die Galerie anlässlich der ART-O-RAMA 2026 mit einer Einzelausstellung von Lukas Städler nach Marseille zurück.

In den Wochen vor der Messe erkunden der Künstler und das Galerieteam Marseille und sein Umland. Der Messestand versteht sich als Resultat dieser Zeit des Verweilens: eine ortsspezifische Präsentation, getragen von persönlichen Wahrnehmungen und einer einfühlsamen Resonanz mit dem Ort.

Ästhetik der Anwesenheit*. Warum will ich an den Dingen (an dir) festhalten, genau in den Momenten, in denen ich loslassen möchte? An losen Erinnerungen, an Farben, an der Hand auf einer Schulter. Dem Flüchtigen eine feste Form geben, einen Sommer daraus machen, eine Episode im Leben. Und wie viele Sommer haben wir? Achtzig, wenn es gut läuft. Man kann sie quasi runterzählen, ab jetzt.

So lauten die ersten Notizen zu Marseille, Lukas Städlers neuem Zine. Jan Koslowski stellt Städlers Fotografien darin eine literarische Chronik zur Seite: Er sammelt Spuren, hält flüchtige Eindrücke fest und sucht nach einer Sprache, die eine Stadt, eine Jahreszeit und das ganz spezifische Jetzt einzufangen vermag.

Das Zine erscheint in einer limitierten Auflage von 100 signierten Exemplaren und wird auf der Messe sowie online erhältlich sein. Weitere Details folgen vor Messestart.

Für weitere Informationen zum Künstler und den Arbeiten oder um Bilder anzufragen, wenden Sie sich bitte an Owen Clements, owen@dittrich-schlechtriem.com.

essay

EN DE
VENTOUX
By JAN KOSLOWSKI

THE AIR BETWEEN THE MOUNTAIN AND ME
EVERY GLANCE A DISTANCE
WHAT LIES BETWEEN
A SHIMMERING IN THE HEIGHTS
A BEYOND, BEHIND ME AND BEHIND THE MOUNTAIN

EVERY GLANCE TURNS TOWARDS YOU, MOUNTAIN, YOU MOUNTAIN AMONG MOUNTAINS
FROM EVERY PLACE I SEE YOU, THERE, WHERE I STAND
A GLANCE, A LOOKING, FROM THE OTHER HILLS, THE SMALL MOUNTAINS
THE WINDOWS IN THE UNDERGROWTH, THE VIEWS, BELLEVUE, THE TERRACES

YOU ARE THE HIGHEST AND CARRY A BACK OF
WHITE EGGSHELLS
AND A TOWER ON YOUR SUMMIT

HERE THE ALPS END
OR THEY ANNOUNCE THEMSELVES, WHAT DOES ONE PREFER?
THE END OR THE ANNOUNCEMENT OF THE MASSIF
A PLACE ONE HAS TO CONQUER
BECAUSE IT IS NOT MADE FOR US

IT IS
THE GRANDEUR OF PLACES THAT ARE NOT MADE FOR ONE
THE WIDE SEA, THE DEEP FOREST, THE DIZZYING HEIGHTS
WHEN EVERYTHING BECOMES SMALLER, THE PLANTS, THE TREES, GNARLED AND CROOKED, VENTOUX, THE STONES LIGHTER, THE SCREE
AND ALSO WHAT LIES DOWN THERE
NESTLING INTO THE LANDSCAPE, THE PLACES IN THE DISTANCE, THE SEA

EVERYTHING PULLS TOGETHER AND BECOMES SMALLER
IT ORDERS ITSELF IN THE GAZE DOWNWARD
THERE, WHERE THE OTHER THING ALSO STANDS
WHERE THE GAZE LIVES

AND EVERY GLANCE A VASTNESS
THAT LIES BETWEEN THE POINTS
THE GAZE AND WHAT IS SEEN

A JOURNEY ALONG THE COUNTRY ROAD, ALONG THE HAIRPIN BENDS
THE PLACE NAMES INTERNALIZED, NO SEARCHING ON MAPS FROM ABOVE
RATHER A FROM-HERE-TO-THERE
THE POINTS THAT TOGETHER MAKE THE GEOMETRIC SHAPES IN THE HEAD
A WALKING IN CIRCLES
HERE IT IS A TRIANGLE, HERE AN ELLIPSE
AND HERE EVERYTHING CONNECTS INTO A HEXAGON OF PEOPLE

THE ZIGZAG PATTERN OF THE PATHS ACROSS THE FIELDS
THE LAVENDER, STILL GREY
THE VINES, STILL TENTATIVELY EXPLORING
THE FIG TREE, SHY AT THE EDGE OF THE TERRACE
THE BLAUREGEN ALMOST ALREADY RAINED OUT

VENTOUX, AMICE VENTORUM, MAERORIS MEI

VENTOUX
Von JAN KOSLOWSKI

VENTOUX

DIE LUFT ZWISCHEN DEM BERG UND MIR
JEDER BLICK EINE DISTANZ
DAS, WAS DAZWISCHEN IST
EIN FLIMMERN IN DEN HÖHEN
EIN DAHINTER, HINTER MIR UND HINTER DEM BERG

JEDER BLICK RICHTET SICH ZU DIR, BERG, DU BERG UNTER BERGEN
VON ALLEN ORTEN SEHE ICH DICH, DA, WO ICH STEHE
EIN BLICK, EIN BLICKEN, VON DEN ANDEREN HÜGELN, DEN KLEINEN BERGEN
DEN FENSTERN IM GESTRÜPP, DEN AUSSICHTEN, BELLEVUE, DEN TERRASSEN

DU BIST DER HÖCHSTE UND TRÄGST EINEN RÜCKEN AUS WEISSEN EIERSCHALEN
UND EINEN TURM AUF DEINER SPITZE

HIER SIND SIE ZU ENDE, DIE ALPEN
ODER SIE KÜNDIGEN SICH AN, WAS IST EINEM LIEBER?
DAS ENDE ODER DIE ANKÜNDIGUNG DES MASSIVS
EIN ORT, DEN MAN EROBERN MUSS
DENN ER IST NICHT FÜR UNS GEMACHT

ER IST
DIE ERHABENHEIT DER ORTE, DIE NICHT FÜR EINEN GEMACHT SIND
DAS WEITE MEER, DER TIEFE WALD, DIE SCHWINDELIGEN HÖHEN
WENN ALLES KLEINER WIRD, DIE PFLANZEN, DIE BÄUME, KNORRIG UND
WINDSCHIEF, VENTOUX, DIE STEINE HELLER, DAS GERÖLL
UND AUCH DAS, WAS DA UNTEN LIEGT
SICH ANSCHMIEGT AN DIE LANDSCHAFT, DIE ORTE IN DER FERNE, DAS MEER

ALLES ZIEHT SICH ZUSAMMEN UND WIRD KLEINER
ES ORDNET SICH IN DEM BLICK HINUNTER
DA, WO AUCH DAS ANDERE STEHT
DA, WO DER BLICK WOHNT

UND JEDER BLICK EINE WEITE
DIE DA ZWISCHEN DEN PUNKTEN LIEGT
DEM BLICK UND DEM ERBLICKTEN

EINE FAHRT AUF DER LANDSTRASSE, DIE SERPENTINEN ENTLANG
DIE VERINNERLICHTEN ORTSNAMEN, KEIN SUCHEN AUF LANDKARTEN VON OBEN
EHER EIN VON-HIER-NACH-DA
DIE PUNKTE, DIE ZUSAMMEN DIE GEOMETRISCHEN FORMEN IM KOPF ERGEBEN
EIN LAUFEN IM KREIS
HIER IST ES EIN DREIECK, HIER EINE ELLIPSE
UND HIER VERBINDET SICH ALLES ZU EINEM SECHSECK AUS MENSCHEN

DAS ZICKZACKMUSTER DER WEGE QUER ÜBER DIE FELDER
DER LAVENDEL, NOCH GRAU
DER WEIN, NOCH ZAGHAFT AM ERKUNDEN
DIE FEIGE, SCHÜCHTERN AM RAND DER TERRASSE
DER BLAUREGEN FAST SCHON – AUSGEREGNET

VENTOUX, AMICE VENTORUM, MAERORIS MEI

LUKAS STÄDLER, Andrii and Oleg,, 2026, Fine art print on cotton paper Hahnemühle Photo Rag Ultra Smooth, 305g, Chrome Frame, Artglas, 100 x 140 cm, Edition of 3 + 1 AP

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